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Nein zu einer angeblich „attraktiven“ Bahnhofstrasse

Wer an die romantische Vorstellung glaubt, mit ein paar neuen Randsteinen, pseudo Rasenrabatten und Velostreifen zur Neugestaltung der Bahnhofstrasse beizutragen – der irrt. Grundsätzlich geht es nur um eines. Die Initiative aus Kreisen der SP fordert wörtlich: „Die Stadt Luzern beginnt unverzüglich mit der Projektierung einer attraktiven, wenn immer möglich autofreien Bahnhofstrasse vom Luzerner Theater bis zur Einmündung in die Seebrücke.“ Dieser Text lässt erahnen, dass eine Steigerung der Attraktivität ausschliesslich mit einem Fahrverbot und zwangsläufig mit der Aufhebung von 33 begehrten Parkplätzen erwirkt werden soll. Parkplätze, welche optimal gelegen sind, wie die permanente Belegung beweist. Für Rollstuhlfahrer ist das historische Zentrum von Luzern bereits jetzt eine grosse Herausforderung. Wenn nun noch die zentral gelegenen Behindertenparkplätze abgeschafft werden, bedeutet dies ein weiteres Hindernis.

Ob eine autofreie Bahnhofstrasse dem ortsansässigen Gewerbe, den Gastronomiebetrieben und dem Luzerner Theater irgendeine Verbesserung bringt, ist zu bezweifeln. Es wird wohl eher das Gegenteil der Fall sein. Der Zustand an der Bahnhofstrasse sei untragbar, wird vom Initiativkomitee ausgeführt. Das sieht die SVP nicht so. Die Bahnhofstrasse ist belebt mit Leuten, Velos, Autos und funktioniert auch dementsprechend. Die grösste und noch nicht gelöste Knacknuss wird jedoch sein, die Zu- und Wegfahrt der Parkhäuser zu gewährleisten. Lösungen für diese Problematik sind logischerweise mit Kosten für Anpassungen an der bestehenden Verkehrsführung rund um die Bahnhofstrasse verbunden. Zudem findet eine weitere Verlagerung des Verkehrs auf die bereits überfüllte Pilatusstrasse und den Hirschengraben statt. Während für den öffentlichen Verkehr und Velos mehr Platz geschaffen wird, werden die Autofahrer immer mehr eingeschränkt und schikaniert.

Es ist schon sehr interessant, dass der Stadtrat anscheinend bereit ist, viele Millionen für die Bahnhofstrasse auszugeben, obwohl in Littau bereits mittels einer Volksabstimmung beschlossenes Strassenbauprojekt Bodenhof immer wieder nach hinten geschoben wird, mit der Begründung, es seien keine finanziellen Mittel vorhanden. Hier fragt man sich, mit welchen Kriterien die Priorisierung erfolgt.

Im Moment sprechen wir jedoch nur über den Planungskredit. Wenn man aber weiter den Zeithorizont betrachtet, dann sollen mehrere Millionen in die Bahnhofstrasse investiert werden, nur um diese schlussendlich autofrei zu bekommen. Im stadträtlichen Antrag sind Kosten von rund 5 – 6 Millionen Franken aufgeführt für die Neugestaltung der Belagsoberfläche. Darin sind weder Anpassungen an Hochbauten, Sanierungen an Werkleitungen oder Infrastrukturanlagen enthalten. Schlussendlich werden wir wohl von Kosten von bis zu 10 Millionen oder noch mehr rechnen müssen. Das Ganze steht doch absolut in keinem Kosten/Nutzen-Verhältnis! Weiter ist zu bedenken, dass diese Kosten in keinem Investitionsbudget enthalten sind. Wie soll man das wieder finanzieren? Durch Schliessung von Schulen oder Bibliotheken?

Belassen wir die Bahnhofstrasse in ihrem jetzigen Zustand, so entstehen keine unnötigen Kosten, keine weiteren Schikanen gegenüber dem motorisierten Individualverkehr und es gehen keine Parkplätze gehen. In Zeiten von knappen finanziellen Möglichkeiten sollte nicht ein ideologisch motiviertes Projekt forciert werden, solange es wirklich wichtigere „Baustellen“ in der Stadt Luzern gibt.

 

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