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Motion: Entwicklungskonzept Areal Eichwald/Eichwaldstrasse

Seit dem Umzug des Zimmerwerks in den Werkhof Ibach im Jahre 2000 wurden die Gebäulichkeiten des ehemaligen städtischen Zimmerwerks zwischen Schäferweg und Eichwaldstrasse nur noch sehr reduziert durch die Stadt Luzern genutzt. Dementsprechend wurde auch der Unterhalt der teilweise über 100-jährigen Holzbauten seit Jahren nur noch minimal vorgenommen. Wohl zu Recht hat die Stadt Luzern deshalb auf den Spätsommer 2012 den Abriss dieser Holzbauten beschlossen, da sich eine Sanierung aufgrund des hohen baulichen Sanierungsbedarfs und die sich daraus ergebenden hohen Kosten kaum mehr rechnen würde. Ein weiteres, an den Eichwald angrenzendes Gebäude wird voraussichtlich im Jahr 2014 ebenfalls zurückgebaut.

Auch wenn es sich beim Areal Eichwald nur um eine verhältnismässig kleine Grundstückfläche handelt, betrachten wir diese nun unbebaute Landfläche als interessantes Entwicklungsgebiet. Selber etwas überrascht stellen auch wir fest, dass in Zusammenhang mit der laufenden BZO-Revision diese Grundstückfläche bisher weder als Schlüsselareal noch als „zentraler Ort“ taxiert wurde. Dabei liegt das Gebiet Eichwald an optimaler Lage, relativ zentrumsnah, in direkter Nachbarschaft zur Allmend mit Messe- und Sportinfrastruktur, verkehrsmässig sowohl für den Individualverkehr wie für OV-Nutzer optimal erschlossen. Auch die Nähe zum schützenswerten Eichwald soll nicht unerwähnt blieben.

Welches strategische Entwicklungspotential an der Eichwaldstrasse besteht, zeigte vor einigen Monaten auch die Diskussion um den möglichen Standort des Sportcampus (Pilatus Academy), welcher bei den ehemaligen Pferdestallungen, also in unmittelbarer Nachbarschaft des Gebietes des ehemaligen Zimmerwerks, zu stehen SVP-Fraktion Grosser Stadtrat Luzern Motion – Entwicklungskonzept Areal Eichwald/Eichwaldstrasse hätte kommen sollen. Das damalige Angebot und Projekt der Initianten des Sportcampus entsprachen jedoch nicht den Vorstellungen des Stadtrates sowohl mit Bezug auf den Verkaufserlös wie auch als Beitrag zur Entwicklung „Luzern Süd“.

An einer Medienmitteilung vom 16. August 2012 äusserte der Stadtrat nun die Absicht, zukünftig das Areal Eichwald beim ehemaligen Zimmerwerk grossflächig mit Wohncontainer für Asylsuchende zu nutzen. Wie an der Medienorientierung kommuniziert, soll hierzu zwischen der Stadt Luzern und dem Kanton Luzern ein Baurechtsvertrag abgeschlossen werden. Aussagen über den Inhalt eines möglichen Baurechtsvertrages, insbesondere Dauer und Baurechtszins, wurden noch keine gemacht. Alleine die Tatsache, dass ein Baurechtsvertrag ausgearbeitet wird, lässt darauf schliessen, dass eine über mehrere Jahre oder Jahrzehnte Nutzung als Wohncontainersiedlung (für Asylsuchende) vorgesehen ist.

Die Absicht des Stadtrates, dieses strategisch äusserst interessante Grundstück nun fast ausschliesslich als Asylunterkunft zu nutzen und hierzu eine Containersiedlung zu erstellen, betrachten wir mit Bezug auf die bauliche und gesellschaftliche Stadtentwicklung als äusserst fragwürdig. Das vom Stadtrat in der Vergangenheit immer wieder erwähnte ausgewogene Verhältnis der drei Nachhaltigkeitsdimensionen Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft wird schon fast fahrlässig umgangen. Es ist uns deshalb ein Anliegen, dass eine breitete öffentliche und politische Diskussion über die zukünftige Nutzung des Areals Eichwald (ehemaliges Zimmerwerk), eventuell auch gleich mit Einbezug der Grundstückfläche der ehemaligen Pferdestallungen, stattfinden kann.

Wir ersuchen deshalb den Stadtrat auf, ein Entwicklungskonzept (Planungsbericht) über dieses Gebiet zu erstellen und dieses dem Grossen Stadtrat vorzulegen. Der Stadtrat soll dem Parlament bzw. der Bevölkerung auch andere Nutzungen aufzeigen und folgend zur Umsetzung empfehlen. Der Fächer möglicher Nutzungen kann breit geöffnet sein, von der Projektidee des Gewerbeverband Luzern eines „Haus der Wirtschaft“ bis hin, nach dem Ja zur Abstimmung „Für zahlbaren Wohnraum“ sehr aktuell, zur Erstellung von Wohnungen des „Gemeinnützigen Wohnungsbaus“.

Bis zum Vorliegen und Beschluss zum Entwicklungskonzept verzichtet die Stadt Luzern auf die Unterzeichnung eines Baurechtsvertrags mit dem Kanton Luzern für die Erstellung einer Containersiedlung. Je nach politischem Entscheid zur zukünftigen Nutzung des Areals Eichwald, es obliegt letztendlich im Entscheid des Stadtrates und des Parlament, die Projektidee einer Containersieding weiterhin zu priorisieren, kann der Baurechtsvertrag mit dem Kanton weiter verfolgt werden oder wird endgültig ad-acta gelegt.

Marcel Lingg
Grossstadtrat SVP Stadt Luzern

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